Bunjeejumping

Auf der Insel Vanuatu im Südpazifik ist eine Frau vor ihrem Mann auf einen Baum geflüchtet. Nachdem sie sich eine Liane an den Fuß gebunden hatte, sprang sie herunter und überlebte den Sprung im Gegensatz zu ihrem Mann, der ihr gefolgt war.

Bungeejumping in der Stadt
Bungeejumping in der Stadt | © Alexandra Bucurescu / PIXELIO

Diese Geschichte wird jedenfalls erzählt, wenn man nach dem Ursprung der Naghol-Zeremonie fragt. Diese findet bis jetzt mehrmals im April und Mai jedes Jahres auf Vanuatu statt. Die Männer klettern dabei auf ein 20 bis 30 Meter hohes Bambusgerüst und springen mit jeweils einer Liane an jedem Bein, die den Sturz abbremst, herunter. Ein Grund für diesen Sprung ist die Bitte an die Götter, dass eine ertragreiche Ernte folgen soll. Wenn man während des Sprunges mit dem Kopf fast den Boden berührt, soll dieser fruchtbarer werden. Außerdem ist es ein Männlichkeitsritual, nach dem man in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen wird. Obwohl dieses Ritual sehr gefährlich ist, sind dabei kaum Unfälle passiert.

Bungee- Entwicklung

In Australien ist 1979 eine Bergsteigergruppe von Brücken gesprungen. Das war dem heutigen Bungee Jumping schon ähnlicher, denn sie waren mit einem Bergseil, das von einem starken Gummi unterbrochen war, gesichert. Noch im gleichen Jahr wurden in Europa Bungee-Sprünge durchgeführt, der erste in England von einer 80 Meter hohen Brücke. Zwei Jahre später wurde dieser Sport in Österreich angeboten, jedoch sind schon vorher viele Personen ohne Genehmigung gesprungen. Zum Teil verbieten amerikanische Kranhersteller die Verwendung ihrer Kräne für diesen Sport. Deshalb nutzte man in den USA auch Heißluftballons als Absprungplatz, was aber nicht sehr oft gemacht wurde, weil es sonst zu teuer geworden wäre. 1993 schätzte man die weltweite Anzahl der Bungeesprünge auf 15 Millionen.